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Jani Leinonen - Die Schhule des ungehorsams

Weltbekannte Marken und Logos werden mit SKOLEN FOR ULYDIGHED (Die Schule des Ungehorsams) kreativ bearbeitet. Der Finne Jani Leinonen zeigt in seiner ersten Ausstellung in Dänemark gleichermaßen im Spaß und im Ernst auf die Ungerechtigkeiten der Welt.

Die Ausstellung SKOLEN FOR ULYDIGHED von Jani Leinonen (geb. 1978) ist ein Teil von ARoS FOCUS // NEW NORDIC. In der Ausstellung richtet Leinonen die Aufmerksamkeit auf die Kunst als Katalysator für politischen Aktivismus. So ist er beispielsweise dafür bekannt, das weltbekannte Maskottchen Ronald McDonald zu enthaupten und bekannte Logos und Marken, mit eigenen Botschaften vermischt, wiederzugeben.

„Leinonen nutzt seine Kunst, um auf jene gesellschaftlichen Verhältnisse aufmerksam zu machen, die seiner Meinung nach geändert werden müssten. Für Leinonen geht es einfach darum, nicht passiv zu sein und soziale Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen. Er sieht sich selbst mehr als Aktivist und Wachhund denn als traditioneller Künstler, und dabei spielt der Begriff ‚Ungehorsam‘ eine zentrale Rolle”, erklärt Oberinspektorin Lise Pennington, ARoS.

Jani Leinonen zitiert zu Gehorsam selbst den amerikanischen Historiker und Politologen Howard Zinn (1922-2010):

„Die fürchterlichsten Ereignisse der Weltgeschichte – z. B. Kriege, Völkermord und Sklaverei – waren nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam und Unterwerfung.”

AUFBAU DER AUSSTELLUNG

Die Ausstellung wird in drei Räumen der Galerie auf Ebene 5 gezeigt. Im ersten Raum erwarten die Besucher wohlbekannte Marken, Logos und Werbesprüche, gemischt mit politischen religiösen Untertönen. In dem Raum treten auch mehrere Ausgaben des Clowns Ronald McDonald auf – u. a. in geköpftem Zustand. 

Der zweite Raum ist eine Installation (oder eine Kulisse), die auf eine Aktion aus dem Jahr 2011 zurück verweist, mit der Jani Leinonen gegen ein neues ungarisches Gesetz protestierte, das es verbot, auf der Straße zu schlafen. Dieses Gesetz traf viele Obdachlose, und Leinonens fiktive Burgerbar Hunger King war eine Aktion, die u. a. das Augenmerk auf den Unterschied zwischen reich und arm lenkte.

Im dritten Raum der Ausstellung beginnt der Unterricht – und Ungehorsam steht in Leinonens Schule auf dem Plan. Die Installationen ist als Klassenraum aufgebaut, in dem die Besucher auf einem Bildschirm „Unterricht” von einer Reihe prominenter Dänen bekommen können. Der Raum soll Stoff zum kritischen Nachdenken liefern, bei dem der Diskurs der Macht hinterfragt werden.

DIE DÄNISCHEN LEHRER IN UNGEHORSAM

Wenn Jani Leinonen sein Klassenzimmer in einem Land ausstellt, bezieht er einheimische „Aktivisten” mit ein. Somit wird die Arbeit mit der Schule auch zum sozialen Projekt, das gemeinsam durchgeführt wird. In Dänemark sind die Lehrer: 

Emma Holten: Feministin und Debatteurin. 2011 wurde sie Opfer von Hasspornos im Internet, aber seither hat sie eine Diskussion über das Recht zur Selbstbestimmung, das Verhalten im Internet und schließlich über ein Individuum angestoßen, das das Vertrauen in den Staat verliert.

Robert Olsen: Leiter von der humanitären Organisation Kofoeds Skole. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Obdachlosen, Drogenabhängigen und anderen gefährdeten Personen. 

Parl Kristian Bjørn Vester / Goodiepal oder Gæoudjiparl: Musiker, Komponist und Technokrieger. Er spricht über die Auseinandersetzung zwischen den Generationen und die Fähigkeit, kritisch über die gewohnten Normen, Rahmen und Regeln nachzudenken.

Lisbeth Zornig Andersen: Sie arbeitet schon seit vielen Jahren mit verschiedenen Gruppen sozial Gefährdeter und speziell mit dem Kinderschutz. Sie hat syrische Flüchtlinge aus Dänemark nach Schweden gebracht und ist zur Symbolfigur dafür geworden, wie ziviler Ungehorsam etwas bewirkt, aber auch zu Strafverfolgung führen kann.

Kjartan Arngrim: Musiker der Band Folkeklubben. Die Stücke von Folkeklubben beschreiben viele unterschiedliche Seiten der dänischen Gesellschaft – von der Kneipe in Vesterbro über die Weihnachtsfeier obdachloser Zeitungsverkäufer bis zum Tønder Festival und zu Männerwohnheimen. 

Ausstellungsverantwortliche: Oberinspektorin Lise Pennington und Museumsinspektor Jakob Vengberg Sevel, ARoS.

Mehr über Jani Leinonen finden Sie hier

Mehr info:

Anne Riis, communications officer, ARoS
M: +45 2535 7444 | T: +45 8730 6621 | ari@aros.dk

Lise Pennington, senior curator, ARoS 
M: +45 6155 4452 | T: +45 8730 6641 | lp@aros.dk

Download Presssfotos (via Dropbox) 

Mehr über Jani Leinonen 

Die Ausstellung kam zustande in Zusammenarbeit mit Kiasma, Museum für Gegenwartskunst in Helsinki und wurde ermöglicht durch Unterstützung von Det Obelske Familiefond.

Kiasma Den Obelske Familiefond
©ARoS 2017