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Lucian Freud , Girl With A White Dog , 1950-51, Oil On Canvas , 76,2 X 101,6 Cm . Tate Purchased 1952 (c ) Tate , London 2016

Lucian Freud, Girl With A White Dog, Oil paint on canvas 762 x 1016 mm. Tate: Purchased 1952 © The Lucian Freud Archive / Bridgeman Images

Bacon, Freud, and the London painters

14. OKTOBER 2017 BIS 4. FEBRUAR 2018, EBENE 5

ARoS zeigt 90 Meisterwerke in einer neuen Zusammenarbeit mit Tate, London 

Samstag den 14. Oktober öffnet ARoS die Türen der Sonderausstellung Bacon, Freud, and the London Painters. Die Ausstellung zeigt zentrale Werke von einigen der visionärsten und kompromisslosesten Maler der Nachkriegszeit – darunter Francis Bacon und Lucian Freud.

„Mit dieser Ausstellung beginnt ARoS eine Zusammenarbeit mit einem der weltweit berühmtesten Museen. Es ist eine sehr ambitiöse Gemäldeausstellung mit einzigartigem Qualitätsniveau und Gemälden, von denen vorher nur einzelne in Dänemark zu sehen waren,“ erklärt Museumsdirektor Erlend G. Høyersten.

Neben denen von Francis Bacon und Lucian Freud werden auch Werke von Michael Andrews, Frank Auerbach, David Bomberg, William Coldstream, R.B. Kitaj, Leon Kossoff, Paula Rego und Euan Uglow gezeigt. 

DIE LONDONER SCHULE

Die britische Künstlergruppe the School of London entstand in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Künstlerischer Ausgangspunkt der Gruppe war das zerbombte Nachkriegseuropa, und unter den Themen Angst und Hoffnungslosigkeit portraitierten sie den Menschen als verletzliches, verzweifeltes und nacktes Individuum. Sie schilderten ihre Freunde, Lebenspartner und nähere Umgebung in sehr persönlichen, ergreifenden Gemälden, und diese Art, Menschen abzubilden steht in krassem Gegensatz zum klassischen Körperideal, das in diktatorischen Regimen der Dreißiger- und Vierzigerjahre gepflegt wurde. 

„Die psychologischen Portraits verdrehter und verformter Körper tragen zu einer neuen Sicht des Menschen bei. Die Konzentration auf Fleisch, Nacktheit und fließende Konturlinien war eine neue Sprache in der Bildkunst, wo Triebe und verborgenste Ecken der Seele den Platz der kampfbereiten antiken Körper der Proganga übernahmen,“ sagt Museumsinspektorin Pernille Taagaard Dinesen, ARoS. 

Francis Bacon (1909-1992)

Francis Bacon, in Irland geboren, lebte in London ab ca. 1930 bis zu seinem Tod. Er gilt als einer der bedeutendsten britischen Maler des 20. Jahrhunderts. Seine Nachkriegsbilder sind ikonisch und beispielhaft für den kulturellen Pessimismus jener Zeit. Bacon pflegte den Existentialismus und bevölkerte seine Motive gern mit unförmigen Figuren. Bacon war eingenommen vom menschlichen Körper und seiner Fleischlichkeit, und seine Körperanalysen wurden richtungweisend für die moderne figurative Malerei.

Lucian Freud (1922-2011)

Lucian Freud – Enkel des legendären Psychoanalytikers Sigmund Freud – wurde in Berlin geboren, zog aber 1932 mit seiner Familie nach London, um dem Nazismus zu entgehen. Seine Bilder sind häufig Portraits, aber nicht im herkömmlichen Sinn, da sie oft Insichgekehrtheit und Abstand zum Betrachter ausdrücken. Freud stellt seine Figuren in einschüchternden Körperhaltungen dar, in denen aus schiefen Blickwinkeln entblößte Geschlechtsteile, hängende Brüste und sichtbare Blutadern zu sehen sind.

Michael Andrews (1928-1995)

Michael Andrews wurde in Norwich geboren. Er studierte bei William Coldstream Malerkunst an der Slade School of Art von 1949 bis 1953. Andrews arbeitete mit einer existentialistischen Form des Realismus. In seinen Werken untersuchte er die Rätsel der menschlichen Natur und die Stellung des Menschen in der Welt, indem er die Beziehungen zwischen den Individuen und zwischen Mensch und Natur erforschte.

Frank Auerbach (geb. 1931)

Auerbach wurde in Berlin geboren. Seine frühen Werke konzentrierten sich auf die menschliche Figur und Ruinen in der englischen Hauptstadt, die vom Krieg gezeichnet war. 1956 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Beaux Arts Gallery in London. Er wurde schnell für seinen pastosen Farbauftrag bekannt. Zu seinen Motiven gehören Modelle, die sein Atelier, die Straßen und den grasbedeckten Hügel in Camden Town besuchen, wo er seit 1954 wohnt und arbeitet.

David Bomberg (1890-1957)

David Bomberg wurde in Birmingham geboren. Zu Beginn seiner Karriere experimentierte er mit verschiedenen Avantgardebewegungen. Nach dem Ersten Weltkrieg bewegte er sich von der Vitalität fort, die seine frühen geometrischen Formen geprägt hatte, und sein Ausdruck wurde weicher und organischer. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete er von 1946 bis 1953 an der Borough Polytechnic. Zu seinen Schülern gehörten Frank Auerbach und Leon Kossoff.

William Coldstream (1908-1987)

Coldstream wurde in Northumberland in England geboren. Nach der Arbeit als offizieller Kriegskünstler (Official War Artist) im Zweiten Weltkrieg unterrichtete er an der Camberwell School of Arts und danach an der Slade School of Art ab 1949, bis er 1975 in Pension ging. Coldstream war äußerst einflussreich und lud Künstler wie Frank Auerbach, Lucian Freud und seine ehemaligen Schüler Michael Andrews und Euan Uglow ein, um zu unterrichten. Ab 1952 wurde die nackte Figur sein wichtigstes Motiv. 

R.B. Kitaj (1932-2007)

R.B. Kitaj wurde in Cleveland geboren. Nach dem Gymnasium reiste Kitaj als Seemann auf einem Handelsschiff und ging später zur Armee. Neben seinen militärischen Verpflichtungen studierte er Malerkunst an der Cooper Union und der Akademie der bildenden Künste in Wien, bevor er nach England ging, um an der Ruskin School in Oxford und dem Royal College of Art in London dem Unterricht zu folgen. Seine erste Ausstellung fand 1963 bei der Galerie Marlborough Fine Art statt.

Leon Kossoff (geb. 1926)

Leon Kossoff wurde in London geboren. Seine frühen Studien wurden durch die Wehrpflicht unterbrochen, die er außerhalb Englands beim Royal Fusiliers-Regiment abdiente. Nach der Rückkehr nach London studierte Kossoff an der Saint Martin’s School of Art (wo er sich eng mit Auerbach befreundete), an der Borough Polytechnic und dem Royal College of Art. Seine erste Ausstellung hatte er 1957 in der Beaux Arts Gallery in London. 

Paula Rego (geb.1935)

Paula Rego wurde in Lissabon geboren. Ihre Werke sind von monumentalen Menschengestalten geprägt, die Motive aus historischer Kunst und Literatur mit ihren eigenen Kindheitserinnerungen verweben. Die Mischung aus Erzählung, Phantasie und Wirklichkeit spielt eine zentrale Rolle in Regos Praxis und für ihre Art der Wirklichkeitsschilderung, so wie es in ihrer gesamten künstlerischen Laufbahn der Fall war. Rego lebt und arbeitet in London. 

Euan Uglow (1932-2000)

Euan Uglow wurde in London geboren. Er studierte bei William Coldstream an der Camberwell School of Arts and Crafts und später an der Slade School of Art. Coldstreams Einfluss auf Uglow war bedeutend und kam insbesondere durch die Art zum Ausdruck, wie er eine Figur betrachtete und maß. Er stellte sein Leben lang häufig aus, und seine Werke wurden 1974 und 1989 auf großen Retrospektivausstellungen in der Whitechapel Gallery in London gezeigt.

Ausstellungsverantwortliche und Kuratorin: Pernille Taagaard Dinesen, Museumsinspektorin, ARoS.

Externe Kuratorin Tate, London: Elena Crippa

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog. 

Pressefotos können bei Nennung des Fotografen (vgl. das dokument Credits.pdf) kostenlos von Dropbox  heruntergeladen werden.

Weitere Informationen bei:

Anne Riis, Presseverantwortliche  
T: +45 8730 6621 | M: +45 2888 4464 | ari@aros.dk

Pernille Taagaard Dinesen, Museumsinspektorin
T: +45 8730 6642 | M: +45 6120 2193 | ptd@aros.dk

Lise Pennington, Oberinspektorin, ARoS
T: D: +45 8730 6641| lp@aros.dk

Pressefotos können bei Nennung des Fotografen (vgl. das dokument Credits.pdf) kostenlos von Dropbox  heruntergeladen werden.

Francis Bacon, Study For Portrait II (after The Life Mask Of W.B.) 1955, Oil On Canvas, 61 X 50,8 Cm. Tate. Purchased 1979 (c )Tate, London

Francis Bacon, Study for Portrait II (after the Life Mask of William Blake) 1955. Oil paint on canvas 610 x 508 mm. Tate: Purchased 1979 /copydanbilleder.dk 2017

Die Ausstellung wird von Tate, London  in Zusammenarbeit mit ARoS organisiert.

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