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Dodda Maggý: Madeleine, 2014. Video und musik, 4.40 min.

ARoS Focus/New Nordic:

The Sound and Video Works of Dodda Maggý

23. September – 14. Januar 2018

Die letzte Ausstellung der ARoS Focus // New Nordic 2017 Ausstellungsreihe zeigt Filme der isländischen Videokünstlerin und Komponistin Dodda Maggý. Ihre Kunst ist geprägt von einer träumenden und sinnlichen Bildsprache, die Kulturtheorie, Film und Musik vereint. Hierbei bedient sie sich der Gestaltungsmittel bekannter Filmklassiker – zum Beispiel, wenn sie Musik als ein Werkzeug verwendet, das die tieferliegenden Elemente der Geschichten erlebbarer macht. Sie ist bekannt dafür, dass sie Filmsequenzen mit einer großen Vorliebe für das Filmhandwerk und einer musikalischen Sensibilität herstellt, bei der Ton und Bild ineinander verschmelzen und eine Einheit formen.

In der Ausstellung trifft man auf Projektionen psychedelischer Muster, die sich auf den Bildebenen in kaleidoskopischen Formationen ausbreiten. Sie erinnern an computergenerierte Fraktale, wurden jedoch durch konkretes, manuelles und stillsitzendes Handwerk erschaffen. Die einzelnen Bilder werden wiederholt und bis ins Unendliche kopiert – manuell – sodass die trivialen Wiederholungen die Gestalt einer Art Halluzination annehmen. Diese Halluzinationen flimmern im meditativen Bildverlauf, gleich jener Sehstörungen, die einige besonders von Migräneanfällen während der Schmerzen, aber auch der Linderung kennen.

Dodda Maggý: DeCore (aurae), 2012, Video installation, 12 min.

Die Ausstellung zeigt auch Opern- und Hollywooddiven, wie zum Beispiel eine glitzernde Glamourfrau in Lebensgröße, dargestellt von Dodda Maggý in der Hauptrolle, die gleichzeitig ein gebrechliches Frauenportrait ist. Dodda Maggý ist fasziniert von den tragischen Heldinnen der Film- und Operngeschichte. Heldinnen, die auf eine Weise stark und doch gebrechlich sind. Der selbständige Frauentyp, der gleichzeitig doch begehrt, bewundert und eben auch gerettet werden will. Es sind die Gegensätze zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit, die Dodda Maggý in ihren Frauenportraits beschäftigen.

In Dodda Maggýs musikalischen Filmkompositionen hat man immer den Eindruck, dass etwas unter der Oberfläche passiert; dass etwas tiefer darunter verborgen ist. Ein bisschen wie in der ersten Twin Peaks Serie, wo ein großer Teil der Erzählungen durch Klänge erzählt wird und jeder Charakter seine eigene, wiedererkennbare Tonspur hat, die den Eindruck erweckt, dass die Dinge nicht so sind, wie sie aussehen.

Dodda Maggý, DeCore (rosen), 2015, lautloses Video, 10.40 min.

ARoS Focus//New Nordic im 2017:

Die ARoS FOCUS//New Nordic Ausstellungsreihe wird unterstützt von:

Detobelske 375

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