Geöffnet Heute 10 - 21

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Wael Shawky: Cabaret Crusades III: The Secrets of Karbala, 2015 (film still). Courtesy the artist and Lisson Gallery, London

PRESSEMITTEILUNG APRIL 2018

Wael Shawky - The Crusades and Current Stories

19. Mai 2018 bis 2. Septemper 2018, Ebene 1

Der ägyptische Künstler Wael Shawky (geb. 1971) lädt die Betrachter in ein großartiges Universum ein, wenn ARoS die Türen zu Wael Shawky – The Crusades and Current stories öffnet. Kern der Ausstellung ist die Filmtrilogie Cabaret Crusades, Shawkys berühmte Marionettenfilme, die erstmals in Dänemark gezeigt werden. In der Ausstellung sind auch einige der Puppen aus den Filmen zu sehen, riesige Holzschnitte, von denen zwei eigens für die Ausstellung im ARoS angefertigt wurden, Zeichnungen, Fotografien, Collagen und ein ganz neues, ortsspezifisches Werk, das sich im Foyer als gigantische Mauer entfaltet.

DIE ERZÄHLUNG

Die große Erzählung der Ausstellung geht von dem weltpolitischen Spiel um Jerusalem und die Macht über den Mittleren Osten aus, das von 1095-1291 stattfand und später den Namen „Kreuzzug” bekam. 

„Die Ausstellung ist relevant und aktuell, da wir heute wohl ein sehr undifferenziertes Bild der historischen Ereignisse haben. Es geht um sehr komplizierte Gegebenheiten, die starke Emotionen wecken. Es ist nicht nur ein Religionskonflikt, sondern auch Weltpolitik, militärischer Einfluss und Kontrolle. Wir brauchen ein breiteres historisches Verständnis, und das bietet uns Shawky mit dieser Ausstellung“, erklärt Museumsdirektor Erlend G. Høyersten, ARoS. 

CABARET CRUSADES – KREUZZUG OHNE HELDEN

Die Filmtrilogie Cabaret Crusades gibt theatralisch eine Reihe historischer Ereignisse wieder. Die Marionetten der Filme tragen orientalische Kleidung oder Rittertracht, und keine ist eindeutig schlecht oder gut. 

Shawky erzählt die Geschichte der Kreuzzüge aus arabischer Sicht. Alle Figuren sprechen deshalb arabisch. Grundlage der Filme ist das Buch The Crusades Through Arab Eyes (1984) des französisch-libanesischen Autors Amin Maalouf. 

Anders verhält es sich bei den großen Holzschnitten, bei denen Shawky von historischen europäischen Ölgemälden des 16. und 19. Jahrhunderts ausgeht. Gleichzeitig betont er, dass mehrere Gemälde und Quellen aus der Vergangenheit tatsächlich ganz oder teilweise unwahr sind.  

„Shawky verhält sich grundsätzlich kritisch zu der Weise, in der die historischen Ereignisse wiedergegeben wurden. In den Holzschnitten und den Filmen fügt er häufig mythische Elemente ein um uns zu zeigen, dass die historischen Berichte aus früherer Zeit oft unwahre, verdrehte oder einseitige kulturelle Konstruktionen sind. Shawky ist bewusst, dass die den damaligen und heutigen machtpolitischen Konflikten zugrunde liegenden Ursachen häufig von eigenen Interessen und Sichtweisen gefärbt sind“, sagt Museumsinspektorin und Kuratorin der Ausstellung Maria Kappel Blegvad, ARoS. 

DER KÜNSTLER

Wael Shawky wurde 1971 in Alexandria, Ägypten, geboren. Er wuchs in Mekka, in Saudi-Arabien auf. Nach seiner Ausbildung an der Kunstakademie in Alexandria, 1994, ging er nach Philadelphia, USA, um einen MFA-Grad zu erwerben. Seit seinem großen Durchbruch auf der Documenta 13 im Jahr 2012 hat er große Anerkennung und Erfolg als einer der authentischsten Videokünstler weltweit erfahren. Wael Shawkys letzte große Einzelausstellungen fanden im Castello di Rivoli, Turin (Italien), Kunsthaus Bregenz in Bregenz (Österreich) und im MoMA P.S.1, New York statt. 

PUBLIKATION

Die Ausstellung begleitend erscheint ein durchgehend illustrierter Katalog in Dänisch und Englisch. Er enthält u. a. ein Interview mit dem Künstler, werknahe Texte und einen Artikel des Islamforschers und Experten für die Geschichte des Mittleren Ostens, Jørgen Bæk Simonsen. 

Die Ausstellung wird kuratiert von Maria Kappel Blegvad, Museumsinspektorin, ARoS.

WEITERE INFORMATIONEN BEI

Anne Riis, Presseverantwortliche, ARoS
M: 2888 4464 | T: 8730 6621 | ari@aros.dk

Maria Kappel Blegvad
Museumsinspektorin, ARoS
M: 2888 4474 | mkb@aros.dk

Download press photos via Dropbox

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Cabaret Crusades: The Adoption of Godfrey de Bouillon by Alexios Comnenos in 1097, (after Alexandre Jean-Baptiste Hesse, 1842), (detail) 2016 Courtesy: Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Torino Long-term loan – Collection Nicoletta Fiorucci, Founder of Fiorucci Art Trust

The exhibition is sponsored by:

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