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Monica Bonvicini , No More 1, 2016, (c ) Monica Bonvicini And VG Bild -Kunst , Photo Jens Ziehe , Courtesy The Artist

Monica Bonvicini, No More #1, 2016, (c) Monica Bonvicini and VG Bild-Kunst. Photo Jens Ziehe, courtesy the artist

Pressemitteilung April 2019

29.05.19 – 08.09.19

Art & Porn

Art & Porn markiert das 50. Jahr nach Freigabe der Bildpornografie und zeigt, wie sich das Verhältnis zwischen Pornografie und Kunst in den vergangenen fünf Jahrzehnten entwickelt hat. Die Ausstellung kam in enger Zusammenarbeit zwischen ARoS und der Kunsthalle Charlottenborg zustande.

Am 1. Juli 1969 wurde die Bildpornografie in Dänemark freigegeben. Das löste einen Tsunami von Bildern aus, die uns seitdem umgeben – auf Gedeih und Verderb. Eine der Fragen, die von der Ausstellung Art & Porn gestellt wird, lautet: Was bedeutet es, wenn man von einem Tag auf den anderen die Grenze dessen verschiebt, was man im öffentlichen Raum erleben kann?

„Seit die Bildpornografie vor 50 Jahren freigegeben wurde ist viel geschehen, aber Sex und Pornografie sind noch immer auf vielerlei Weise tabu in unserer Zeit. Die Gesellschaft ist sowohl durchsexualisiert, z. B. via Werbung und Reality-TV, und gleichzeitig gibt es ein enormes Suchen nach sexueller Identität. Das ist eine komplexe Wirklichkeit, und dabei kann Kunst ein Katalysator sein, der erleichtert über das zu sprechen das so schwer fällt“, beobachtet Museumsdirektor Erlend G. Høyersten, ARoS.

 „Die Ausstellung perspektiviert, wie es die Kunst und die wechselnden Normen der Gesellschaft beeinflusst hat, dass die Pornografieparagrafen geändert wurden. Was bedeutet es beispielsweise, wenn die liberale dänische Gesetzgebung heute durch die Zensur von Kunst und Pornografie von 

internationalen Mediengiganten wie Facebook, YouTube und Instagram herausgefordert wird“, fragt Michael Thouber, Direktor der Kunsthalle Charlottenborg. 

DIE AUSSTELLUNG – DAS GANZE BEGANN 1936

Art & Porn ist eine groß angelegte Gruppenausstellung mit 40 dänischen und internationalen Künstlern. Die Ausstellung richtet das Augenmerk auf die Beziehung zwischen Kunst und Pornografie und eröffnet die Möglichkeit, über Sexualität und Freisinn zu diskutieren. Diese Ausstellung kann auf vielerlei Weise erlebt und verstanden werden, und sie enthält viele parallele Geschichten. Die Ausstellung ist um einige Themen herum aufgebaut, mit dem Zentrum in der historischen Entwicklung und den Myriaden von Gegebenheiten, die sich seit der Freigabe 1969 bis heute entwickelt haben. Die komplexe Beziehung zwischen Sex, Pornografie, Kunst und Gesellschaft zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. 

Anstoß zu der Ausstellung gab Wilhelm Freddies (1909–1995) berühmtes Werk Sex-paralysappeal aus dem Jahr 1936. Es beleuchtet das hilflose Verhältnis der damaligen Zeit zur Sexualität und zu erotischen Bildern. Freddie war seiner Zeit weit voraus, denn das Werk wurde schnell beschlagnahmt und der Künstler bekam eine Haftstrafe wegen Pornografie. 30 Jahre später stellte Wilhelm Freddie eine neue Ausgabe des Werks her, und obwohl das ebenfalls beschlagnahmt wurde, bekam die sich anschließende Diskussion große Bedeutung dafür, dass Dänemark als erstes Land weltweit die Bildpornografie freigab.

„Die Geschichte der beiden Versionen von Freddies Sex-paralysappeal ist ein glänzendes Beispiel dafür, wie Kunst Grenzen in der Gesellschaft herausfordern und verschieben kann und schließlich die Gesetzgebung beeinflusst. Deshalb freuen wir uns auch darüber, beide Ausgaben des Werks in der Ausstellung zeigen zu können”, sagt Museumsinspektor Rasmus Stenbakken.

Die Geschichte der Pornografiefreigabe ist die Geschichte Dänemarks, die dazu beitrug, den Freisinn Dänemarks weltweit berühmt zu machen. Das ist auch die Grundlage der ersten Zusammenarbeit zwischen ARoS und der Kunsthalle Charlottenborg, die es ermöglicht, die Ausstellung Art & Porn an mehreren Orten des Landes zu zeigen. 

Die Ausstellung ist in der Kunsthalle Charlottenborg vom 5. Oktober 2019 bis zum 12. Januar 2020 zu sehen.

Ausstellungsverantwortlicher: Rasmus Christian Stenbakken, Museumsinspektor, ARoS.

Weitere Informationen bei:

Museumsinspektor und Ausstellungsverantwortlicher:
Rasmus Christian Stenbakken: rcs@aros.dk / +45 2856 3485

Presse- og Kommunikationsabteilung:
Anne Riis: ari@aros.dk / +45 2888 4464
Jens Henrik Daugaard: jehd@aros.dk / +45 2888 4467

Pressefotos können bei Nennung des Fotografen kostenlos von Dropbox heruntergeladen werden.

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Wilhelm Freddie, Sex-Paralysappeal, 1936, Kunsten Museum of Modern Art 

TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER

Anna Uddenberg, Annie Sprinkle & Beth Stephens, Amalia Ulman, Arthur Køpcke, Betty Tompkins, Biba Fibiger, Bjørn Nørgaard Og Lene Adler Petersen, Carolee Schneemann, Gaspar Noé, Cindy Sherman, Elmgreen & Dragset, Hanne Nielsen & Birgit Johnsen , Hans Henrik Lerfeldt, Jeff Burton, Jeff Koons, Jesper Fabricius, Katja Bjørn, Larry Clark, Lawrence Weiner, Linder, Lynda Benglis, Maja Malou Lyse, Marco Brambilla, Marilyn Minter, Marina Abramović, Matthew Barney, Mika Rottenberg, Mike Bouchet, Monica Bonvicini, Per Kirkeby, Peter Land, Pipilotti Rist, Ryan Mcginley, Sam Taylor-Johnson, Sarah Lucas, Simon Fujiwara, Susan Hinnum & Sarah Young, Suzette Gemzøe, Tom Of Finland, Ursula Reuter Christiansen, Valie Export, Wilhelm Freddie, William E. Jones, Wolfgang Tillmans.

Sponsoren:

Sparnord

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